die dichtung

Eröffnung:

Refrain:

Castor, weit ist dein Ziel

hin zum Berge Neman

durch fremdes Land

Mali und Beatudini

Schönheitsabglanz, Hass und Spott

oft verwirrtes Menschenkind

geht seinen Weg



Eine Flocke Wasser durch die Lüfte fliegt

ein Samen keimt befreit im warmen Sand

die Pflanze wächst zur stolzen Blüte

wird bestaunt und gern gesehen

Castor, freies Menschenkind

wie ist das Leben lieben

wenn man strebt zur Blüte Pracht



Refrain:



Beton lehrt starkes Gras den Weg sich suchen

Verloren, wer das Licht nie sah

Versprengter Stein am Wegesrand

zeugt von des Weichlings Kraft

Castor, waches Menschenkind

hält mit den Fesseln Krieg

ohne Hass und Niedertracht



Refrain:



Die Pflanze stirbt, der Stein zerfällt

Nacht bricht an

Der Vorhang fällt, die Weiche schnellt

Erdlings Macht zerfällt ins Nichts

Castor, reines Menschenkind

das Ziel war Dir bekannt

dein Flug fängt wieder an





In und vor denkbaren Zeiten ward Castor, das freie Menschenkind geboren.

Noch wusste es nichts vom Berge Neman und kannte keine fremden Länder.



Kerimanusari et masuria

tanzend in der Sonne

dunstger Regenschlag

Ameisen tragen Nadeln

frei tanzt er im Kreis



Kerimanusari et masuria

herbstlich wehn die Blätter

nackt steht bald der Baum

Murmel sucht ein Winterhaus

frei tanzt er im Kreis



Kerimanusari et masuria

Schneeflocke im Winter

Boden hart und karg

Eichhorn sucht nach Nüsse

frei tanzt er im Kreis



Kerimanusari et masuria

im Frühling blühn die Veilchen

Wasser rauscht hinab

Buhler sucht die Buhle

Castor tanzt noch frei





Castor , das freie Menschenkind lebte auf dieser Erde im Kreislauf ohne Widerstände, leicht befußt im freien Tanz.

Doch das unabänderliche Gesetz des Zeitenwechsels ergriff auch Castor.

Aus dem Kreis wurde er gestoßen; Viel Kampf entstand, das Neue im Verlorenen zu schließen; aus Schutz und bloßer Gegenwehr, - ahnt viel und versteht nicht mehr.



Er weiß nicht wie

Er weiß nicht wo

Überall hin

Überall her



Alles scheint zu sein

und nicht zu sein



Verwirrnis überall



Einmal oben

Einmal unten



Konfus, Auflösung in Allem

Keine Form, kein Sinn

Verwirrnis



Aber auch diese Zeit dauerte nur ihren Schlag und Castor begann zu suchen, was er nicht weiß was verlor.



Refrain: Der Glanz des stillen Diamanten

hält Einzug in des Irrenden Blick

gebannt ist er auf Zeit

und dient doch als Schlüssel nur



Castor - nehmen wir die Wälder - geht einher

er, der verlorene Kreistanzbruder

mit Missfall hört er Spatzgeläut

darum flieht er diesem Lautgehäuf



Refrain:



Auf gefälltem Baum verharrt er ohne Sinn

da kommt ihm plötzlich Kraft in seine jungen Glieder

er sieht am Horizont ein sonderbar neu Licht

der Gang drauf zu verscheucht es nicht



Refrain:



Der Quell des Lichtes war ein Diamant

das Funkeln stammt aus Castors eigener Hand

Gier ihn zu besitzen war fortan sein Ziel

aber bekommen hat er so ihn nie



Castor warf jetzt alle neue Kraft, die ihn aus dem Band gebracht, in Richtung auf den schönen Stein, wirksam kalt und unerklärlich.

Alles, was um ihn herum vergaß Castor und die Blindheit macht ihn dumm, dass er in Räume tritt, die sonst sein Auge hätte kaum gesehn.

Er folgt, in Umnachtung helle, den ausgetretenen Pfad der Spatzenschar und spürt das Pickenziehen kaum, in seinem Kopf ist der Traum.



Geballte Erdlings Faust

hält gestreckt vor Castors Haupt

Er sieht seinen Traum

und spürt die Macht noch kaum



Aber bei jedem Spatzengleichwertschritt

spürt Castor sie brutal im Genick

Sein Aufbegehren, verschrecktes Erwachen

spült Öl auf der Häscher Ausbrennlappen



Erblasst sieht Castor sich zum wilden Tier

in Abwehrhandlung treiben

So zieht ihn Erdlings Macht

gefährlich weit hinab



Die Rettung aus der Hässlichkeit

kommt aus Castors Wehrwachheit

Er gräbt sich tief in sich hinein

begegnet jeden Angriff im Versteck



Allein ist Castor wie noch nie

das Licht der Wärme so fern

und zum Wüstengängertragetum

fehlt ihm noch der harte Kern noch





Entsetzlich - jede Enge

Entsetzlich - Grämerei

Entsetzlich - endlos haftend Schmutz



Castor befreit sich von der Kleidung

Hinein ----

Der Strom fließt mit klarer, starker Kraft



Castor wiegt sich ein

Durch und durch erfasst ihn die Kühle des Stromes.

Der Traum, der ihn in die Arme der Hässlichkeit warf, regiert nicht mehr .



Castor entsteigt dem Bad

geklärt und stehend überblickt er den Strom,

kehrt ihm den Rücken



sieht den Staub

sieht den unglaublichen Makel

sieht die gewaltige Dummheit



(Kehrlied der drei großen Fragen)



WARUM so viele Ecken?

WARUM bin ich so dumm?

WARUM dieses Aus-ein-ander-klaffen?



--- ab hier fragt er bis zum Lückenschluss und die große Bewusstheit gesellt sich zu Castor, ohne die kein Fortkommen wäre.



Im bewusstlosem Zustand war Castor zum Fluss gelaufen. Mit geklärtem Blick ging er nun des Uferhang des Flusses

hinauf. Oben bei der Böschung angekommen, konnte er das ihm unbekannte Land ringsum überblicken.

Es war Castor gleich wohin sein Weg gehen sollte, er war nur begierig die Dinge ohne Traumverzerrung zu begreifen.



Es flog ein Schwarm Vögel in einem nah gelegenen Wäldchen auf. Castor begriff dies als Zeichen und macht sich dorthin auf den Weg.

Es war warm ; Castor blieb bisweilen stehen und erholte sich im Schatten. Da sah er eine Schnecke mit ihrem wohlgeformten Schneckenhaus gemächlich des

Weges ziehen.





Langsam wandernder Sonnenstrahl

Auf starkem Schildblattstahl

Die Schnecke ist in sich, ein Haus gehört nur ihr



Refrain: Mücken surren im Abglanzlicht,

schnell, kurz, nervös

ist ihr Flug



Schnecke, langsam ist dein Gang

aber sicher kommst Du an

Bemessen, gemessen, genau gehst Du voran

hörst Mückensurren kaum



Refrain:



Siehst vor Dir Unheilsohlen schon lang

Und nützt jede Erntezeit

Du fällst nicht auf Schnecke,

bis man nach Die suchen wird



Refrain:



Die Zeit der Mücken ist vorbei

Obgleich Kadaver noch und noch

Schnecke --- was tun

In dieser schnellen Zeit?



... langsam wandernder Sonnenstrahl ... in dieser --- Zeit





Im Geiste gestärkt machte sich Castor nun weiter auf den Weg. Bald verlangte sein Körper nach Wasser, da die Hitze sehr groß war. Es war jedoch nirgends eine

Quelle zu erspähen.

Als Castor verdorrte menschliche Leiber verstreut liegen sah, bekam er es mit der Angst zu tun ---.

Da dachte er an den Rat der Schnecke.



Castor sah das Wasser, welches er suchte, denn der Durst drängte ihn immer mehr nach diesem, nicht auf der Ebene, der tiefen Fläche, wo dörrend die Leiber der

Lechzenden lagen, sondern auf hoher Warte, von der er die Gegend überblicken konnte, und so den rettenden Quellgrund sah.

So kam die Rettung über die Lehre der Schnecke, deren Bedachtsamkeit und Weitsicht Castor sich zum Beispiel genommen hatte.



Weit überblickt das Land

wer die Ruhe wählt

Castor erklomm den Hügel

und sah den Quellgrund rasch



Vorbei an Lechzenden, die der Durst

bis zum Ende quälte

Castor beruhigte mit beiden Händen tief

ins Nass die pelzige Zunge



Kreuz und quer rannten sie

Nur den Durst im Nacken

Die Kräfte waren bald erschöpft

unentdeckt die Quelle



Das Ziel vor Augen, ruhig

Den Weg bewusst erkannt

So war die Quelle schnell erreicht

Castor half der Schnecke Rat





Klar zeigte sich Castor, wie notwendig das Auffinden des eigenen Zeitmaßes ist, da nur die ruhige Überlegtheit ihn rettete.

Aber dieses Erlebnis machte Castor eitel und so abgrundtief dumm:

Er sah ein Gebirge vor sich und bekam große Lust, es zu überwinden.

Schwierig war der Aufstieg, aber Castor fühlte sich leicht und sicher, vertraute er doch seinem eigenen Maß.

Auf dem Höhenweg angekommen sah er nur kurz in die Tiefe hinab, um sogleich, den Blick der Sonne zugewandt sich übermächtig fühlend, den Gebirgsrücken auf einem schmalen Pfad entlangzumarschieren.

Diese Überheblichkeit beweist sich als Irrweg, was Castor schmerzlich spürend erfährt.



Ehemals Traumtänzer, nun Höhentänzer

Castor, wo läufst Du hin

Das Haupt erhoben, unbeachtend

läufst Du den falschen Pfad



Er verkennt die Gefahr

und deucht sein Licht leuchten

Die Tiefe ist so fern

und die Höhe doch so nah



So kommt der halbfatale Ausgang:

Castor tritt den Boden falsch

Voran fliegt ein kleiner Stein

der Höhentänzer stürzt



Fünf, sechs Meter abwärts liegend

zerschunden das Gesicht

mühsam sich sammelnd

spürt Castor, wer er ist



Castor sieht beschämt seinen Schritt

Erkennt die Anmaßung, spürt den Schmerz

Bewacht und wach läuft er nun voran

kann den Fingerzeig spüren



Castor weiß nun um das Wesen der Anmaßung und ist dankbar für die Weisung.



Castor lernt, was MASSHALTEN bedeutet.



Castor erfährt das Geheimnis der Harmonie.



Harmonias, halt ein

bei ihm, der den langen Blick noch trägt

Harmonias halt ein

biet deine Stufe





Castor geht seinen Weg mit offenen Augen.



Wut, Wildheit, Unlust, Verblendung, alles wonach die Sehnsucht nicht

aber Dummheit, den Menschen treibt ---



Dann:



Warmherzigkeit,

klarer Blick

Mitfühlen aus Notwendigkeit

unverkrampftes Hingeben



Einfach lernt dies Castor nicht. Auf das Lied-vom-kurzen-Fall folgen noch viele Bremserfolge.





Es singt sich das Lied der Liebe

frei und unbefleckt

wenn der Weg zu ihr

wahrhaft hart, auch kalt ist





Es singt sich das Lied der Liebe

hin zu einer Kristallwelt

keine Flucht

tiefes Verstehen





Es singt sich das Lied der Liebe

frei

auf befohlenen Wegen